Zunftportrait

Die Wey-Zunft Luzern wurde im Jahre 1925 gegründet und zählt zirka 120 Zünftler.

Die Gründung

Die Wey-Zunft der Stadt Luzern entstand in der wechselvollen Zwischenkriegszeit als Reaktion auf das erlahmende Fasnachtsbrauchtum. Am Schmutzigen Donnerstag des Jahres 1925 zog statt des gewohnten Fastnachtsumzuges lediglich der Fritschiwagen durch die Strassen.

Einige Gewerbetreibende aus dem Wey-Quartier beschlossen in der Folge am Stamm im Restaurant Weinhof, selber aktiv zu werden. Innert vier Tagen bastelten sie in ihren Werkstätten einen ausgewachsenen Fasnachtsumzug zusammen und zogen damit am Güdismontag, dem 23. Februar 1925, durch die Stadt. Höhepunkt war ein Wagen, aus welchem dem Publikum alte Schuhe zugeworfen wurden. Damit sollte der Schuhhändler Jakob Spieler, Fritschivater 1925, verspottet werden, der es nicht geschafft hatte, einen Umzug zusammenzustellen.

Diese und andere Nummern brachten das in Luzern bisher kaum gepflegte satirische Element in die Strassenfasnacht, die vorher vor allem auf Schauumzüge gesetzt hatte. Nach ihrem ersten Erfolg beschloss die vorerst als Zunft Wey auftretende Gruppe, auch 1926 einen Umzug zu organisieren.

Am 2. Dezember 1927 gab sich die Gruppe Statuten und mutierte damit zum rechtlich anerkannten Verein, der sich fürderhin Wey-Zunft der Stadt Luzern nannte.

Die Aufbaujahre

In ihren Satzungen verpflichtete sich die junge Fasnachtsgesellschaft, jedes Jahr einen Fasnachtsumzug zu organisieren. Dieser selbst auferlegten Aufgabe wurde mit Ausnahme der Kriegsjahre streng nachgelebt.
Nach der Gründung des Luzerner Fasnachtskomitees im Jahr 1951, in dem die Wey-Zunft als eine der vier tragenden Zünfte und Gesellschaften mitwirkt, wandelte sich die bisherige Hauptaufgabe in eine Beteiligung am gemeinsam organisierten Umzug.

Zu den Schwerpunkten zählt ferner die Organisation der Tagwache am Güdismontag. Seit 1928 gibt die Wey-Zunft die Wey-Zytig heraus, deren Name 1995 in Anlehnung an das Wappentier der Zunft in Wey-Frosch geändert wurde und die seit 2004 als KnallFrosch erscheint.

Laufend ausgebaut und den aktuellen Bedürfnissen angepasst wurden sodann die Bescherungsfahrten, bei denen Kinder, Behinderte oder Betagte besucht und beschenkt werden. Dies gemäss dem Zunftmotto

Geselligkeit und Narretei - Wohltätigkeit sei mit dabei.

Aus den Mitgliederbeitragen äufnet die Zunft seit 1991 einen Wohltätigkeitsfonds, dessen Mittel von der Wohltätigkeitskommission verwaltet und sinnvoll eingesetzt werden.

Die Gegenwart der Wey - Zunft

Auch heute noch bilden die Förderung der Luzerner Fasnacht durch die Teilnahme an den Luzerner Fasnachtsumzügen, die Herausgabe der Fasnachtszytig KnallFrosch , die Mitarbeit im Lozärner Fasnachtskomitee (LFK) und die Pflege der Wohltätigkeit die Hauptaufgaben der Zunft, die sich aus rund hundertzwanzig Mitgliedern zusammensetzt. Nach wie vor hat die Wey-Zunft Luzern, wie sie heute offiziell heisst, die Rechtsform eines Vereines mit folgenden Organen:

  • Generalversammlung

  • Zunftbot mit geheimer Wahl des Zunftmeisters und des Weibels

  • Zunftrat (Vorstand)

  • Rechnungsrevisoren

In eigener Regie wirken folgende Kommissionen:

  • PR- und Kommunikation

  • Zytigskommission

  • Vergnügungskommission (VK)

  • Turmkommission

  • LFK-Delegation

  • Sujetbaukommission

  • Zunftmeister-Wahlkommission

  • Kandidaten-Aufnahmekommission

  • Wohltätigkeitskommission

  • Bannherherren

Jeweils am 2. Januar treten die Wey-Zünftler zum Bot zusammen. In geheimer Wahl wird der Zunftmeister für ein Jahr gewählt. Zunftmeister ist das höchste Amt, das die Wey-Zunft zu vergeben hat. Er geniesst während seines Amtsjahres hohes Ansehen in der Zunft. Der Zunftmeister vertritt die Wey-Zunft nach aussen. Er wird am ersten oder zweiten Samstag nach dem Bot in einem feierlichen Akt in sein Amt eingesetzt. Auch im gesellschaftlichen Leben der Stadt Luzern spielt der Weyzunftmeister eine wichtige Rolle. Den Altzunftmeistern, - so werden die Zunftmeister nach Ablauf ihres Amtsjahres genannt, - bringen die Zünftler Respekt und Achtung entgegen.

Ebenfalls am Bot wählen die Zünftler den Weibel als Helfer und Begleiter des Zunftmeisters. Auch seine Amtszeit beträgt ein Jahr.

Als Zunftlokal dient der Pulverturm in der mittelalterlichen Museggmauer. Er wurde von den Zünftlern in den Jahren 1979-85 in Fronarbeit ausgebaut und mit einer zweckmässigen Infrastruktur versehen. Im Obergeschoss ist die Zunftstube mit der Bildergalerie aller bisherigen Zunftmeister eingerichtet, während im Mittelgeschoss das Sitzungszimmer des Zunftrats zu finden ist. In einem weiteren Zwischengeschoss wurde Anfang 2011 die Turm-Lounge eröffnet, welche auf Initiative der jüngeren Zünftler eingerichtet wurde. Der Turm verfügt über die nötigen Sanitären Einrichtungen und über eine Küche, welche die Bewirtung von bis zu 40 Gästen gestattet.

Die Satzung der Wey Zuft Luzern

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